Sie ist eine der Firmen von Weltrang, wie man sie der Kulturstadt nicht zutraut. Und sie ist eine Firma, die von der Innovationskraft Weimarer Ingenieure lebt. Die Glatt Ingenieurtechnik hat gestern ihre Neubauten in Betrieb genommen und fast zwei Jahrzehnte ihrer Entwicklung gefeiert.
WEIMAR. Längst geben sich die Politiker bei Glatt in der Nordstraße die Klinke in die Hand. Auch gestern wollte es sich der neue Thüringer Wirtschaftsminister, Matthias Machnig, nicht nehmen lassen, die Millionen-Investition in ein Technologie-Zentrum und in einen weiteren Bürotrakt einzuweihen. Allerdings ließ er dabei über 300 Gäste so lange warten, dass Geschäftsführer Reinhard Böber nach mehr als 20 Minuten die Einweihung eröffnete.Das Selbstbewusstsein hat sich die Firma in 18 Jahren weltweit erarbeitet. Zum Jahreswechsel 1990/91 mit 20 Mitarbeitern als Tochter einer internationalen Firmengruppe in Weimar gegründet, konnte die Glatt Ingenieurtechnik (GIT) bereits 1994 ihren ersten Neubau an der Nordstraße einweihen. Inzwischen beschäftigt das Technologie-Unternehmen 120 Mitarbeiter in Weimar und weitere 75 in Tochterfirmen und Außenstellen in Wiesbaden, Skandinavien, Frankreich, Russland, Italien, China und Indien. Weimars GIT-Geschäftsführer Reinhard Böber leitet die Glatt-Geschäftseinheit 3 und ist verantwortlich für die Geschäfte rund um die kontinuierliche Wirbelschicht- und Strahlschicht-Technologie, mit denen Granulate und Pulver produziert werden. Zudem werden von Weimar aus alle Russland-Geschäfte der Gruppe verantwortet und weltweit Produktionsstätten für die selbst entwickelten Produkte und Technologien projektiert und mit Kooperationspartnern schlüsselfertig errichtet.
In den vergangenen 18 Monaten baute Glatt auch für den eigenen Bedarf. Entstanden sind 60 Büroarbeitsplätze und 25 Arbeitsplätze im Technologiezentrum sowie Sanitäreinrichtungen und eine Kantine. Mit der Schlussrechnung werden die Kosten sogar auf rund zehn Millionen Euro steigen. Denn die Firma nutzte die Gelegenheit, auch das mit dem Technologie-Zentrum erweiterte Technikum zu modernisieren.
Die reinen Bauleistungen machen rund sieben Millionen Euro aus. Innenausstattung und Prozesstechnologie schlagen nochmal mit drei Millionen Euro zu Buche. Alle Bauleistungen wurden von Firmen der Region bzw. aus Thüringen erbracht, betonte Reinhard Böber. Ein Vorgehen, dass auch für die GIT-Projekte gilt. Mit Aufträgen von und für Glatt ziehen regelmäßig Handwerker, Projektanten und Techniker aus Thüringer Unternehmen in die Welt. Von Michael BAAR
TA , Montag, 27. November 2009
27.11.2009