Bad Berka. Für die ersten Sportstunden in der neuen Dreifelderhalle hatten sich die Sportlehrer vorgenommen, das seit Jahren auf Eis gelegte Basketballtraining nachzuholen.
Vorbei die Zeit, da 1100 Schüler aller drei Schulen der Stadt zum Sportunterricht auswandern mussten nach Blankenhain, Tannroda und Kranichfeld. Die Erleichterung ist spürbar. Gleichwohl stellt sich manchem, der in dem Ersatzneubau sein Training aufnimmt, die Frage, warum es zum Beispiel für ein Ballfangnetz vor der Tribüne mit ihren 200 Sitzplätzen nicht mehr gereicht hat.
Ein vermeintlich kleiner Posten innerhalb eines Millionen-Projekts. "Aber wenn Geld fehlt, bleibt mancher Wunsch unerfüllt", gab Landrat Hans-Helmut Münchberg einmal prophylaktisch Antwort auf eventuelle Fragen zu diesem oder jenem vermissten Ausstattungsmerkmal. Der Ausblick etwa: Er ist wunderschön, doch wenn die Sonne überm Kötschberg aufgeht, wird es die Volleyballmannschaft schwer haben, die gerade gegens Licht spielen muss. Jalousien gibt es vor der großen Fensterfront vorerst keine.
Das Geld für diese Halle musste regelrecht zusammengekratzt werden. Und ohne die Interessengemeinschaft Sporthalle, die Mitte der Nullerjahre immer wieder die Notwendigkeit dieser Investition anmahnte, wäre der Zeitpunkt womöglich verpasst worden, zu dem die Geldbeschaffung noch irgendwie machbar war. Heute, sagte Münchberg, "könnten wir das Ganze nicht mehr finanzieren".
Dennoch: Die Weimarer Architekten Ulrich Junk und Klaus Reich haben mit ihrem Entwurf nicht nur gezeigt, was man aus Beton alles machen kann. Innen lässt sich die Halle von fröhlichen Orange-Tönen beherrschen. Dezent fügt sie sich sowohl in die bestehende Bebauung wie auch in die Hanglage ein. Zusammen mit der vor zehn Jahren umgebauten ehemaligen Plattenbauschule bildet sie etwas, das der Landrat ohne zu übertreiben das "schönste Schulensemble Thüringens" nennen darf.
Gut fünf Millionen Euro haben der Kreis und das Land Thüringen beschafft, um das Projekt endlich realisieren zu können, auf das die Sportler Bad Berkas und des Südkreises seit den Neunzigerjahren warteten. Weitere 600 000 Euro hat die Stadt Bad Berka locker gemacht - ein Haufen Geld. Architekt Klaus Reich ermuntert die Honoratioren, diese Investition nicht nur als "teuer" zu betrachten, sondern sie als "zukunftsweisend" wertzuschätzen. Bürgermeister Thomas Liebetrau findet noch ein anderes Synonym: "Dieser Neubau war einer der wichtigsten im Kreis."
Quelle: TLZ
02.12.2011