denkmalpflege

SPIELZEUGMUSEUM SONNEBERG

Deutsches Spielzeugmuseum Sonneberg Sanierung und Erweiterung

Auftraggeber Landratsamt Sonneberg Bahnhofstraße 66 96515 Sonneberg 
Objektstandort Beethovenstraße 10/12 96515 Sonneberg
zeit 11/2008-11/2022
bearbeitung der leistungsphasen LP 1-9 (Generalplaner) entsprechend § 33 HOAI
Raummaße & Flächen Bruttorauminhalt: -
Bruttogrundfläche: -
Nutzfläche: -

Das Deutsche Spielzeugmuseum wurde 1901 von der Sonneberger Kaufmannschaft und Spielwarenindustrie gegründet mit dem Bestreben einer ästhetischen Erziehung und zur gewerblichen Bildung und Fortbildung. Die Lokalisierung des Museums in den von Prof. Albert Schmidt konzipierten Gebäuden belegt, welch hohen Stellenwert man dieser Einrichtung beigemessen hat, an präferiertem Standort, in einem der markantesten Gebäude im Herzen der Stadt Sonneberg. Die Erweiterung und Neugestaltung des Deutschen Spielzeugmuseums ist für die Stadt und die Region Sonneberg ein „Leuchtturmprojekt“- ein einzigartiges kulturpolitisches Vorhaben.

Um das Schauobjekt „Thüringer Kirmes“ der Weltausstellung von 1913 in seiner ursprünglichen Größe und räumlichen Anordnung für die Besucher erlebbar zu machen und auf Grund der höchsten klimatischen Ansprüche, ist ein Neubau konzipiert. Der Neubau befindet sich westlich vom Museum im Gartenbereich und dient den beiden Hauptgebäuden als Eingangs- und Verbindungsbau. Beide Altbauten werden freigestellt. Die Handelsschule wird über eine Brücke und eine unterirdische Verbindung angeschlossen, das Museum über eine dreigeschossige schmale Verbindung. Die Kubische Form steht im bewussten Kontrast zum Museum und zur Handelsschule. Der Neubau wird behindertengerecht, ebenerdig erschlossen, weiterhin ist ein großzügiger Eingangsbereich mit Kasse, Shop und Wartebereich für die „Thüringer Kirmes“ integriert. Durch den Neubau werden die denkmalgeschützten Altbauten von größeren Eingriffen verschont. Die notwendige Treppe für den zweiten Fluchtweg, Aufzüge und Lüftungstechnik werden im Neubau konzentriert. Das große Volumen der Thüringer Kirmes hätte in den Altbauten große statische Umbauten erfordert. Die Verlagerung in den Neubau war daher wichtiger Bestandteil des denkmalpflegerische Umgangs mit den Altbauten. Somit kann die Instandsetzung der Altbauten ohne große Eingriffe erfolgen. Alte Fenster werden zu Kastenfenstern ergänzt, um das Gebäude klimatisch zu stabilisieren. Klimatisierung erfolgt nur in reduzierter Form, um aufwändige Technik und hohe Betriebskosten zu vermeiden. Die Raumfolgen der ehemaligen Schulgebäude eignen sich sehr gut zur Präsentation der eher kleinteiligen Exponate des Spielzeugmuseums, so dass auch in den Raumfolgen keine Veränderungen vorgenommen werden.

Der zweite Bauabschnitt, welcher im November 2021 fertiggestellt wurde, beinhaltet die Sanierung und Neugestaltung der Innenräume im Erdgeschoss des neobarocken Museumsgebäudes. Der neue Ausstellungsbereich gibt Einblicke in das Sonneberger Verlagswesen und die Interaktion zwischen Kaufleuten, Spielzeugproduzenten und Heimarbeitern. Weitere Räume stehen für Wechselausstellungen bereit. Der Ausstellungsbereich wird über einen Verbindungsgang vom 2014 fertiggestellten Neubau aus barrierefrei erschlossen.

Ebenfalls fertiggestellt wurde die Brücke zwischen dem Neubau und der ehemaligen Handelsschule. Das alte Schulgebäude soll nach erfolgter Sanierung in den Museumskomplex eingebunden werden. Die Turnhalle wurde bereits statisch revitalisiert.

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