Wettbewerbe
| auftraggeber | Stadt Weimar |
| Objektstandort | Theaterplatz 2, 99423 Weimar |
| zeit | 2024 |
| bearbeitung der leistungsphasen | Wettbewerbsteilnahme in ARGE mit Patriarche SAS, Le Bourget du Lac |
| Raummaße & Flächen | Bruttorauminhalt: 123.144 m3 Bruttogrundfläche: 25.514 m2 Nutzfläche: 12.325 m2 |
Das Gebäude des Deutschen Nationaltheaters in Weimar muss denkmalgerecht saniert, umgebaut und erweitert werden, um seiner Rolle als moderner Theaterbetrieb auch in Zukunft gerecht zu werden. Das Vorhaben wird zum Anlass genommen, Funktionsabläufe neu zu denken, Defizite im Bühnen- und Zuschauerbereich zu überarbeiten, den Einsatz moderner Theatertechnik zu ermöglichen und das Haus als zeitgemäße Kultur- und Arbeitsstätte herzurichten. Das Selbstverständnis als Ort der Demokratiegeschichte sowie als Ort gelebter Demokratie, Offenheit und Inklusion wird baulich manifestiert.
Das Theatergebäude ist historisch gewachsen und spiegelt den Geist unterschiedlicher Epochen wieder. Die aufgesetzte Erweiterung – jüngste Phase der Theaterbaugeschichte – präsentiert sich durch ihre moderne Materialität konsequent als neue Zutat. Ihre Transparenz trägt den offenen Geist des Hauses nach außen. „Der Vorhang öffnet sich!“
Schwerpunkte unseres Entwurfs:
denkmalgerechte Sanierung unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Zielstellung und Einhaltung der vorgegebenen maximalen Gebäudehöhe
konsequente Trennung der Zugänge und Nutzungsbereiche des öffentlichen Zuschauerhauses und des internen Theaterbetriebs im Hinterhaus (Sicherheit, optimale Orientierung der Theaterbesucher)
Optimierung des Zuschauersaals, u.a. Beseitigung von Sicht- und Akustikdefiziten, Umbau der Stände für die Bestuhlung zur Erhöhung des Sitzkomforts und zur Einordnung barrierefreier Plätze, Einordnung moderner Haus- und Veranstaltungstechnik
komplette Entkernung des Hinterhauses und Aufbau einer neuen (barrierefreien) Innenstruktur mit reduziertem Tragwerk zur Schaffung flexibler, umnutzbarer Grundrisse
Umsetzung des vollständigen Raumprogramms eines modernen Theaterbetriebs und sinnvolle Neuordnung der Nutzungen unter Beachtung der funktionellen Abläufe
Schaffung einer geordneten Erschließungsstruktur zur guten Orientierbarkeit des Personals im Hinterhaus und für eine schnelle Entfluchtung
Umsetzung der Anforderungen an eine moderne Arbeitsstätte
Einordnung ruhiger, arbeitsplatznaher Pausenbereiche für das Personal in der Aufstockung des Hinterhauses (Kantine, Dachterrassen)
Umsetzung einer möglichst optimalen Bühnenkonstellation, Vergrößerung des Orchestergrabens
Umbau und statische Ertüchtigung des Bühnenturmes zur Aufnahme höherer Nutzlasten
strikte Trennung der Verkehrsführung innerstädtischer Verkehr - Hauptanlieferung DNT durch Einordnung einer gebäudeinternen Lieferzone im Westanbau zur Abwicklung des in Zukunft verstärkten Lieferverkehrs von / zu den ausgelagerten Werkstätten
Verlagerung des Bühneneingangs an die NW-Fassade, Aufwertung der Fassade und des „Ölhofs“
barrierefreie Gestaltung des kompletten Gebäudes im Sinne ganzheitlicher Teilhabe
Stärkung der Wahrnehmung des Theaters als Ort der Demokratie durch Verortung einer „Ausstellung zur Weimarer Nationalversammlung“ im Foyer III und Öffnung aller Bestandsterrassen zum Theaterplatz (visueller Bezug zum „Haus der Demokratie“)
Gestaltung der Aufstockung des Hinterhauses als weithin sichtbare transparente, leuchtende Stadtkrone (Werbewirksamkeit)
Ausbildung der neuen, modularen Fassade der Aufstockung im Kontrast zum Bestand und nach den Ansätzen einer bioklimatischen Fassade
Umsetzung moderner TGA-Konzepte, u.a. Temperierung mittels Eisspeicher und Solarthermie unter Einsatz einer Solewärmepumpe, Einsatz von Lüftungsanlagen mit Wärme- und Feuchterückgewinnung